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  • 30. Oktober 2020
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Tipps für Unternehmen und Bewerber zum Auswahlverfahren von Auszubildenden

Auszubildende sind heutzutage ein sehr wertvolles Gut: Viele Unternehmen verzeichnen rückläufige Bewerberzahlen für ihre offenen Ausbildungsstellen, während gleichzeitig immer weniger junge Leute sich für eine Ausbildung entscheiden. Aber wie steuert man diesem Trend entgegen und rekrutiert erfolgreich im Rahmen eines attraktiven Ausbildungsmarketings? Wir als AHW möchten Sie dabei unterstützen, indem wir Ihnen mit einigen wertvollen Tipps zur Seite stehen.

Für ein Unternehmen kann es nicht nur allein darum gehen, denjenigen Bewerber mit den besten Zeugnisnoten oder Testergebnissen auszuwählen. Ziel des Auswahlverfahrens muss es vielmehr sein, eine Person auszuwählen, die den speziellen Anforderungen des Unternehmens am besten entspricht.

Gleichzeitig ist es aber auch für den Ausbildungsplatzbewerber entscheidend, eine den eigenen Fähigkeiten entsprechende Berufswahl zu treffen. Ein Ausbildungsabbruch ist für einen jungen Menschen immer eine „verlorene“ Zeit und ein Makel im eigenen Lebenslauf.

Daher sollte das Rekrutierungsverfahren von beiden Seiten gründlich vorbereitet werden.

Gleichzeitig sollten Sie es schaffen, einem potentiellen Auszubildenden einen positiven Eindruck von Ihrem Unternehmen zu vermitteln. Hierdurch kann das Image Ihres Unternehmens gestärkt und bestätigt werden.

 

Bei der Azubiauswahl ist es für Sie als Unternehmen ratsam, sich auf einige wenige Kriterien zu  beschränken. Junge Ausbildungsanwärter können als bisherige „Arbeits“-Erfahrungen oft nur ihre eigene Schulzeit nachweisen.

In der Regel zählen hierzu die bisherigen schulischen Leistungen, persönliche Eigenschaften und ein etwaiges (außer-) schulisches Engagement.

 

Worauf Sie also als Unternehmer bei der Azubiauswahl achten sollten:

  • Bei der Bewerbung
    • Originell gestalteter Lebenslauf
    • Standard-Anschreiben vs. Individualisiertes Anschreiben
    • Rechtschreibfehlerquote im Anschreiben und der Bewerbungsmail
    • Noten in den sogenannten „Lern“-Fächern (Noten sind subjektiv! Ungeachtet dessen stehen Noten aber auch für Motivation, Fleiß und Einsatzbereitschaft)
    • Angabe von unentschuldigten Fehlstunden im Zeugnis

 

  • Das erste Vorstellungsgespräch
    • Familiärer Hintergrund des Auszubildenden – wie viel Unterstützung bekommt er aus dem Elternhaus bzw. von Geschwistern?
    • Mit wem hat sich der Bewerber hinsichtlich seines Ausbildungswunsches beraten und vorbereitet?
    • Wie intensiv hat der Bewerber sich mit den Ausbildungsinhalten beschäftigt?
    • Wie gut ist die Allgemeinbildung des Auszubildenden?
      • Beispiel-Frage: Wer ist die Oberbürgermeisterin Kölns?
      • Schauen Sie die Tagesschau oder lesen Online-Zeitschriften?
    • Inwieweit hat sich der Bewerber mit Ihrem Unternehmen beschäftigt? Welches Hintergrundwissen hat der Bewerber sich angeeignet?

 

Wie Sie sich als künftiger Azubi für die Ausbildungsplatzsuche vorbereiten können:

  • Lebenslauf
    • Je origineller die Darstellung, desto mehr zeigen Sie Ihre Bemühung. Geben Sie auf jeden Fall Ihre Interessen, praktischen Erfahrungen und ehrenamtlichen Engagements an.
    • Selfies? Bitte nicht in der Bewerbung.
  •  Anschreiben
    • Der erste Eindruck zählt und somit auch Ihr Anschreiben.
    • Schauen Sie sich jede Stellenausschreibung separat an. Greifen Sie mit passenden Beispielen auf, warum Sie der geeignete Auszubildende sind.
    • Lassen Sie zum Schluss Ihre Eltern und/oder Geschwister Korrektur lesen.
  • Zeugnis: Schicken Sie Ihre letzten drei Schulzeugnisse mit
  • Die Vorbereitung auf das erste Vorstellungsgespräch
    • Wer sind Ihre Gesprächspartner? Recherchieren Sie – insofern möglich – mit wem Sie es im Vorstellungsgespräch zu tun haben
    • Schreiben Sie sich alle potentielle Gesprächsfragen auf und beantworten diese schriftlich
      • Beispiel-Frage: Haben Sie sich mit den Ausbildungsinhalten beschäftigt?
      • Antwort-Empfehlung: Sagen Sie nicht nur einfach „Ja“, sondern zum Beispiel „Auf der Internetseite der Steuerberaterkammer habe ich mich ausführlich mit den Ausbildungsinhalten eines angehenden Steuerfachangestellten auseinandergesetzt. Zu den Ausbildungsinhalten gehört Buchhaltung, das Erstellen von Lohnabrechnungen, Steuerklärungen etc..“
    • Recherchieren Sie die wichtigsten Informationen über das Unternehmen:
      • Wann wurde das Unternehmen gegründet? Beschäftigen Sie sich mit der Historie.
      • In welcher Branche befindet sich das Unternehmen?
      • Gibt es aktuell politische oder allgemeine relevante Themen, die das Unternehmen oder die Branche betreffen?
    • Notieren Sie auf einem Block Ihre Fragen an das Unternehmen und zu Ihrer zukünftigen Ausbildung. (Hinweis: Den Block dürfen Sie auch gerne mit in das Gespräch nehmen. Somit signalisieren Sie nicht nur eine gute Vorbereitung sondern auch Ihr grundsätzliches Interesse).
      • Beispiel-Frage: Wie sieht der weitere Prozess nach dem Vorstellungsgespräch aus? Und wann kann ich mit einer ersten Rückmeldung von Ihnen rechnen?

 

Sollten Sie sich intensiv auf die Ausbildungsplatzsuche vorbereitet haben, werden Sie ihre ersten Vorstellungsgespräche mit Leichtigkeit meistern und mit jeder weiterer Einladung zu einem Bewerbungstermin immer sicherer und kompetenter werden.

 

Wie geht es nach dem Bewerbungsverfahren für Sie als Unternehmen weiter?

Ihre Entscheidung für oder gegen einen Bewerber sollten Sie möglichst schnell nach Beendigung des Auswahlprozesses fällen. Zum einen sind Ihre Erinnerungen aus den Gesprächen noch

präsent, zum anderen können Sie vermeiden, dass Bewerbende mangels Ihrer Rückmeldung anderswo eine Ausbildungsstelle annehmen.

Bei Ihrer Entscheidung ist es empfehlenswert, noch einmal kurz alle Stufen des Bewerbungsprozesses zu analysieren. Sowohl Anschreiben, bisherige Leistungen, Engagement und Vorstellungsgespräch (gegebenenfalls ein anschließender Probearbeitstag) ergeben zusammen ein gutes Gesamtbild des Bewerbers.

Haben Sie einen passenden Azubi gefunden und ausgesucht, bieten Sie diesem Ihren Ausbildungsplatz offiziell an. Heutzutage ist ein telefonisches Gespräch dafür am besten geeignet. Auch bietet es den Vorteil, dass Sie sofort eine direkte Rückmeldung des Bewerbers bekommen und nicht zusätzlich auf die schriftliche Rückmeldung warten müssen.  Offene Punkte können so direkt geklärt und unter Umständen sofort in den Ausbildungsvertrag aufgenommen werden.

Jetzt kann es losgehen! Im besten Fall passt Ihr neuer Azubi zu Ihnen und Ihrem Unternehmen, fühlt sich wohl und ist in der Lage, sich fachlich und sozial in Ihr Team zu integrieren. Dann ist das Ausbildungsrecruting gut gelungen und einer erfolgreichen Zusammenarbeit steht nichts im Wege.

 

Wir wünschen Ihnen bei Ihrer Suche viel Erfolg.

Ihre AHW hilft Ihnen gern auf diesem Weg!

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