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  • 27. Januar 2022
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E-Mobilität – warum sich gerade jetzt eine Auseinandersetzung mit dem Thema lohnt und was uns in Zukunft erwartet

E-Mobilität – ein Wort das in den Köpfen der meisten Menschen/ Unternehmer angekommen ist und von vielen Seiten diskutiert wird. Wie der Stand der aktuellen Technik ist, was uns in Zukunft zu diesem Thema erwartet und wie Sie als Unternehmer bei der Umstellung zu E-Mobilität Unterstützung bekommen können, werden wir in diesem Artikel – ergänzend zu unserem kürzlich erschienenen Unternehmercafé – näher betrachten.

Wie ist die aktuelle Lage?

In Deutschland ist die Elektromobilität schon lange ein Thema, jedoch ließ die Umsetzung in einigen Bereichen auf sich warten. Mittlerweile jedoch ist die Elektromobilität in Deutschland angekommen und die Umsetzung hat „Fahrt aufgenommen“.  2020 hat sich laut Kraftfahrt Bundesamt die Zahl der neu zugelassenen E-Autos in Deutschland verdreifacht. In Zahlen bedeutet das ca. 194.000 rein batterieelektrisch betriebene Pkw und inklusive Plug-In Hybride, Gas und Wasserstoffbetriebenen Kfz sogar 395.000 Fahrzeuge bei über 70 verschiedenen Modellen. Die jetzt raschere Umsetzung ist auch auf die umfangreichen Maßnahmen des Bundes in der Förderung alternativer Antriebe zurückzuführen, die sich aus Kaufanreizen, Förderungen der Ladeinfrastruktur und steuerlichen Maßnahmen zusammensetzen.

Warum ist der Wandel zur E-Mobilität so wichtig?

Der Straßenverkehr leistet einen wesentlichen Beitrag zu den CO₂-Ausstößen, denn hier entsteht ein Großteil der transportbedingten Kohlendioxid, Luftschadstoff- und Lärmbelastung. Die auf Bundes- und internationaler Ebene gesteckten Klimaziele lassen sich jedoch nur erreichen, wenn der CO₂-Ausstoß minimiert wird. Eine gänzliche Vermeidungsstrategie ist keine Option, daher scheint es naheliegend, den bestehenden Verkehr umweltfreundlicher und nachhaltiger zu gestalten. Schon mit dem heutigen deutschen Strom-Mix schneiden rein elektrisch betriebene Fahrzeuge (BEV) in der Klimabilanz besser ab als Benzin- und Dieselfahrzeuge. Mit Nutzung von 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen, beispielsweise Photovoltaikanlagen ist ein nahezu klimaneutraler Betrieb möglich und der verkehrsbedingte CO₂-Ausstoß wird auf ein Minimum gesenkt. Das wiederum stellt einen bedeutenden Schritt zur Erreichung der Klimaziele dar.

Was ist die aktuelle Technik?

Elektroautos

Die kürzlich stattgefundene IAA Automesse in München liefert dazu einige aktuelle Fakten: Es gab auf der IAA Automesse keine Automarke, die nicht mindestens einen rein batteriebetriebenen PKW vorstellte. Ganz im Gegenteil – in den meisten Fällen stellten herkömmliche Verbrennungsmotoren sogar die Ausnahme dar. Viele Automarken, wie Audi, BMW oder Opel kündigten zudem den kompletten Umstieg auf E-Mobilität an. Dabei konnte die seit längerer Zeit umstrittene Reichweite von E-Autos im Rahmen der IAA in jeder Fahrzeugklasse weiter abgeschwächt werden. Die Reichweiten nähern sich mit bspw. 534 km bei dem Audi Q4 Sportsback 40 e-tron oder dem Ford Mustang Mach E-GT mit 500 km der gewohnten Verbrennungsmotoren weiter an.

Ladevorgang

Ein weiteres oft entscheidendes Argument gegen ein E-Auto ist die lückenhafte Ladeinfrastruktur. Diesbezüglich gibt es jedoch einige vielversprechende Änderungen.  Um die Änderungen nachvollziehen zu können, stellen wir Ihnen einmal die Unterteilung in konduktive und induktive Ladevorgänge vor.

Konduktive Ladung

Bei der konduktiven Ladetechnik handelt sich um die Ladung mit einem Kabel. Sie stellt die aktuell bekannteste und verbreitetste Form der Ladetechnik dar. Wechselstrom wird dabei aus Energiequellen im Alltag in Gleichstrom umgewandelt. Diesen können die Elektroautos dann speichern. Am verbreitetsten sind Typ 2 Stecker für unterwegs oder Wallboxen für die feste Installation zuhause.

Zur flächendeckenden Umsetzung von konduktiven Lademöglichkeiten gibt es mehrere Projekte, unter anderem die Überlegung, bestehende Straßenlaternen mit einer Lademöglichkeit auszustatten. Die Technik dafür liegt bereits vor, eine Umsetzung scheitert bisher jedoch an den Behörden.

Induktive Ladung

Unter induktivem Laden versteht man das berührungsfreie Laden ohne Kabel, dass auf elektromagnetischen Wellen basiert. Dabei kommen zwei Kupferspiralen zum Einsatz, eine als Sender im Boden verbaut, die andere im Fahrzeugboden. Kommen beide Spulen in unmittelbare Nähe zueinander, erzeugt das hin und her schwingende Magnetfeld beim Empfangsgerät Wechselstrom. Dieser wird anschließend in Gleichstrom umgewandelt, der die Akkus der E-Autos aufladen kann.

Aktuell gibt es zwei große (Test-)Projekte von den Unternehmen WiTricity und ElectReon dazu.

Bei Stillstand des Autos

Die Firma WiTricity testet aktuell an Taxiständen das Aufladen von Autos im Stillstand, durch Ladestreifen im Boden.

Während der Fahrt

ElectReon geht noch einen Schritt weiter und hat eine Lösung entwickelt, in der E-Fahrzeuge während der Fahrt über Spulen, die in der Fahrbahn eingelassen sind, geladen werden können. Die Lösung sei kompatibel mit allen Arten von E-Fahrzeugen, einschließlich Bussen, Lkw und Pkw. In Karlsruhe wird eine entsprechende Teststrecke errichtet, bei der die Ladetechnik in den Straßenbelag integriert ist.

Warum Wasserstoffantrieb oder E-Fuels keine Option sind?

Zu den rein batteriebetriebenen Fahrzeugen gibt es noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten von Verbrennungsmotoren.

Oft wird dabei diskutiert, ob der Wasserstoffantrieb oder E-Fuels (synthetische Kraftstoffe) als vermeintlich günstigere und bequemere Alternativen zu E-Autos in Betracht kommen. Für diese Alternative spricht, dass wasserstoffbetriebene Autos flexibler sind als E-Autos. Innerhalb von Minuten aufgetankt, erreichen sie Reichweiten von 400 km und mehr.

Dagegen spricht jedoch, dass für ihre Produktion auch mehr Energie aufgewendet werden müsste und sie daher – und aufgrund der komplexen Technik und der hohen Kraftstoffkosten- immer teurer bleiben als das E-Auto. Eine Studie zeigt, dass beim E-Auto nur 20 – 30% der Energie beim Transport bis in das Auto verloren gehen. Beim Wasserstoffantrieb sind es 75 – 85% Energieverlust.

Schon heute bezahlen Autofahrer beim Wasserstoff-Auto daher rund neun bis zwölf Euro je 100 Kilometer, beim Batterie-Auto sind es nur zwei bis sieben Euro je 100 Kilometer. Je nach Strompreisen in den einzelnen Ländern liegen sie damit bereits auf dem Preisniveau vergleichbarer Verbrenner.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Um die Elektromobilität in Deutschland weiter auszubauen, gibt es zahlreiche unterschiedliche Fördermöglichkeiten sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene, die teilweise miteinander kompatibel sind.

Diese lassen sich aufteilen in:

  • Förderungen für die Anschaffung von Elektroautos und Beratungsmöglichkeiten (Kaufprämien, Sonderförderprogramme, Flottenaustauschprogramme etc.)
  • Förderungen für den Ausbau der Ladeinfrastruktur
  • Steuerliche Vorteile
  • Fördermöglichkeiten für E-Fahrräder

Handlungsempfehlung

Die Technologie der E-Autos ist ausgereift und bereit für den Massenmarkt.

Um den Überblick über alle Fördermöglichkeiten zu bewahren und eine bestmögliche Zusammenstellung kompatibler Fördermöglichkeiten zu gewährleisten ist es sinnvoll, Ihr Vorhaben mit einem Experten zu planen und sich beraten zu lassen. Momentan wird der Umstieg auf Elektromobilität stark gefördert und bei der Anschaffung kann viel Geld gespart werden. Sogar die Beratungskosten zu einem Umstieg auf Elektromobilität kann gefördert werden. Da einige der Fördermöglichkeiten bereits im Jahre 2025 auslaufen und immer mehr Unternehmer „auf diesen Zug aufspringen“ werden – ist jetzt der optimale Zeitpunkt um sich mit dem Thema E-Mobilität zu beschäftigen und sich beraten zu lassen.

Wir von der AHW Unternehmerkanzlei beschäftigen uns mit dem Thema Elektromobilität bereits sehr lange. Gerne beraten wir Sie umfassend in Ihrer persönlichen Situation bei der Planung und Umsetzung Ihres Weges zur Elektromobilität, ob im unternehmerischen oder privaten Sinne.

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