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  • 23. Februar 2022
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Karnevalsabsagen – Ohne Corona-Hilfen der Untergang für Karnevalsvereine?

Die Corona-Pandemie sorgt inzwischen seit knapp zwei Jahren für immer wiederkehrende Lockdowns, Schutzverordnungen, Abstandsregelungen etc. Immer wieder werden Veranstaltungen verschoben oder sogar abgesagt. Der Karneval bleibt davon leider nicht verschont.

Karneval sorglos feiern?

Ab dem 11.11. um 11:11 Uhr beginnt die Karnevalszeit. „Kölle alaaf“ ist wohl der weit verbreitetste Narrenruf in Deutschland. Die Frage die sich kurz vor Beginn des eigentlichen Straßenkarnevals stellt ist, wann die Jecken endlich wieder durch die Kölner Innenstadt ziehen können, wann kann Karneval, wie wir ihn kennen, unbeschwert gefeiert werden? Und, werden die Vereine die Corona-Pandemie überleben oder bedeutet das für viele Vereine den Untergang?

Bereits im Jahr 2021 wurden die Karnevalszüge abgesagt. Im Hinblick auf die steigenden Inzidenzen gilt für dieses Jahr ebenso: kein Karneval! Doch was bedeuten die Absagen für die ehrenamtlichen Karnevalsvereine?

Folgen für die ehrenamtlichen Karnevalsvereine

Für das Jahr 2021 konnten sich die Vereine noch entsprechende Hilfen holen, da die Karnevalsveranstaltungen allesamt abgesagt wurden. Für dieses Jahr hatten sich jedoch das Land NRW mit den einzelnen Vertretern der Karnevalsvereine darauf geeinigt, auch dieses Jahr das Karnevalsfest abzusagen, indem die Vereine freiwillig auf die Durchführung ihrer Veranstaltungen verzichten sollten. Grund dafür sei, dass die Corona-Maßnahmen weiter verschärft werden sollten. Das Land versprach daraufhin entsprechend finanzielle Entschädigung.

Nun haben bereits viele Vereine ihre Veranstaltungen abgesagt und kommerzielle Anbieter haben die frei gewordenen Säle gebucht und unter 2G-Plus-Regelungen Karnevalsveranstaltungen durchgeführt. Die versprochene finanzielle Entlastung für die Vereine ist bislang (noch) nicht erfolgt.

Durch die abgesagten Veranstaltungen sind die Vereine nicht mehr in der Lage, Gewinne zu erzielen geschweige denn ihre Kosten zu decken. Insbesondere für größere Vereine ist die Lage ernst, denn sie fahren große Verluste ein, da sie mehr Veranstaltungen organisieren und durchführen. Ihre Gelder nehmen sie in einem Vereinsjahr durch Deckungsbeiträge sowie Spenden ein.

Heinz-Günther Hunold ist Partner und Steuerberater bei der AHW und zugleich der Präsident der Roten Funken e.V., einer der ältesten und größten Karnevalsvereine in Deutschland.

Viele Karnevalsvereine sind gemeinnützige Vereine und zudem ehrenamtlich tätig. Das Ehrenamt ist dabei eine tragende Säule des Gemeinwesens in NRW. Es gestaltet das Brauchtum, welches einen festen Bestandteil von Identität des kulturellen Lebens in NRW darstellt.

Der Bund hat zwar den Kulturfond ins Leben gerufen, dieser deckt die Kosten jedoch „nur“ zu 90 % ab. Die Vereine bleiben auf Kosten sitzen, die sich im sechsstelligen Bereich befinden können. Für viele Vereine, eine kaum zu bewerkstelligende Summe. Der Kulturfond alleine ist somit nicht in der Lage das eigentliche Desaster, welches in der Finanzkasse der Vereine entsteht, zu decken.

„Die Vereine erleiden erhebliche Verluste und diese erheblichen Verluste sind durch kein Programm gedeckt“, so Heinz-Günther Hunold.

Auch die Überbrückungshilfen sind nicht in der Lage, die vollen Kosten der Vereine zu decken. Dadurch werden die Karnevalisten alleine gelassen. Wie die Vereine das aber bis zum Ende der Corona-Pandemie überleben sollen, darauf gibt die Politik bislang keine Antwort. Die Vereine erleiden somit einen riesigen finanziellen Schaden, was gleichzeitig das Brauchtum des Karnevals in Gefahr bringt.

 „Wir brauchen Corona-Hilfen vom Bund, wie das auch im letzten Jahr der Fall war, um nachhaltig überleben zu können!“, teilte Partner der AHW und Präsident der Roten Funken Heinz-Günther Hunold mit.

Zusage der Landesregierung

Nun wächst jedoch die Hoffnung auf Förderung durch das Land NRW. Die nordrheinwestfälische Landesregierung aus CDU und FDP, hat nun eine weitere finanzielle Unterstützung für die Karnevalsvereine in Aussicht gestellt. Der Finanzausschuss hat hierfür weitere 50 Millionen Euro genehmigt. Damit sollen die 10 % gedeckt werden, die durch den Kulturfond nicht erstatten werden können. Die Initiative der Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, Frau Ina Scharrenbach, hat nun eine neue Unterstützung in Aussicht gestellt. Mit dem neuen Programm „ZukunftBrauchtum“ soll ein Beitrag zur Deckung von Ausfall- und Vorbereitungskosten für abgesagte Veranstaltungen geschaffen werden. Die zu erstattenden Kosten werden dabei maximal auf 5.000 Euro pro Verein beschränkt.

Für die Roten Funken würde das bedeuten, dass sie bei 15 Veranstaltungen die sie im Schnitt durchführen, eine Fördersumme von 75.000 Euro erhalten würden. Diese Summe hilft, reicht in der Regel für große Vereine allerdings nicht aus, um ihre gesamten Kosten decken zu können.

Die Förderung erweckt jedoch im Großen und Ganzen Hoffnung, dass aus der Ankündigung des Landes NRW belastbare Summen für alle Vereinsgrößen zur Verfügung gestellt werden können. Für die kleineren Vereine erwächst die Hoffnung, dass diese durch die zusätzliche Förderung ihre Kosten decken können. Die großen Vereine, die mit einer eigenen Administration und eigenem Personal ausgestattet sind, dürfen aber nicht benachteiligt werden. Denn diese sind in der Regel mit größeren Kosten belastet und sind somit auch auf höhere Fördersummen angewiesen.

Es bleibt zu hoffen, dass sowohl die kleinen als auch die mittelgroßen bis großen Karnevalsvereine in ihrer Gänze bestehen bleiben können, indem sie belastbare Summen zur Verfügung gestellt bekommen, um dem traditionellen Karneval mit voller Vorfreude für die Zukunft entgegenblicken zu können.

Bis dahin rufen wir „Kölle alaaf“ und warten sehnsüchtig, auf die nächsten Karnevalsveranstaltungen.

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